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Wie die Venenvisualisierung mittels Nahinfrarotmikroskopie den intravenösen Zugang bei älteren Patienten unterstützen kann

Wie die Venenvisualisierung mittels Nahinfrarotmikroskopie den intravenösen Zugang bei älteren Patienten unterstützen kann

Oct 23, 2026

Die Anlage eines peripheren Venenkatheters (PVK) bei älteren Patienten zählt zu den anspruchsvollsten klinischen Eingriffen in der stationären Versorgung. Altersbedingte physiologische Veränderungen – wie die verminderte Gefäßelastizität, die Atrophie des Unterhautgewebes und die Verhärtung oder Fragilität der Gefäßwände – führen häufig zu Schwierigkeiten bei der Venenpunktion. Wiederholte Punktionsversuche erhöhen nicht nur das körperliche Trauma, die Schmerzen und die Angst der Patienten, sondern verlängern auch die Pflege und steigern das Risiko von Komplikationen wie Phlebitis oder Paravasation.

Um diese klinischen Engpässe zu überwinden, setzen Gesundheitseinrichtungen zunehmend auf optische Visualisierungsverfahren. Dieser Artikel untersucht veröffentlichte klinische Studien zur Anwendung der projektionsbasierten Nahinfrarot-(NIR)-Gefäßbildgebung bei geriatrischen Patienten mit Fokus auf Verfahrenseffizienz und klinischen Ergebnissen.

Klinischer Hintergrund und Geräteübersicht

Um transparente und überprüfbare klinische Daten zu liefern, untersuchen wir eine in der chinesischen medizinischen Fachliteratur veröffentlichte, von Experten begutachtete Studie zur geriatrischen Venenpunktion:

  • Studienreferenz: Zhang, T. (2018). Anwendungseffekt von Infrarot-Gefäßbildgebungsinstrument vom Projektionstyp bei peripherer Venenpunktion älterer stationärer Patienten. Practical Geriatrics, 32(4), 399-400.
  • Studienkohorte: Eine kontrollierte klinische Studie wurde mit 124 älteren stationären Patienten (im Alter von 75 bis 95 Jahren, Durchschnittsalter ca. 82 Jahre) durchgeführt, die zwischen Juni und Dezember 2016 aufgenommen wurden.
  • Untersuchte Ausrüstung: Projektionsbasiertes Nahinfrarot-Gefäßbildgebungssystem (entwickelt von Vivolight).

Funktionsprinzip der Nahinfrarot-Venenvisualisierung

Das projektionsbasierte Nahinfrarot-Gefäßbildgebungssystem arbeitet nach dem optischen Prinzip der differentiellen Nahinfrarotabsorption:

  • Hämoglobinabsorption: Desoxygeniertes Hämoglobin, das in den subkutanen Venen zirkuliert, absorbiert Nahinfrarotlicht wesentlich stärker als das umgebende Bindegewebe, Fettgewebe und die Hautschichten.
  • Echtzeitprojektion: Der optische Sensor des Geräts erkennt reflektierte Nahinfrarotsignale, verarbeitet den Gefäßkontrast über interne Algorithmen und projiziert eine präzise Karte des oberflächlichen Venennetzes im Maßstab 1:1 direkt und in Echtzeit auf die Hautoberfläche des Patienten.
  • Verfahrenshinweise: Dies ermöglicht es den Klinikern, Venenverzweigungen klar zu beurteilen, den Gefäßverlauf zu überprüfen, die lokale Tiefe abzuschätzen und Venenklappen vor dem Einführen der Nadel zu identifizieren.

Near-infrared projection vein finder device and control display

Klinische Bewertung und quantitative Ergebnisse

In der Vergleichsstudie wurden die Patienten einer Kontrollgruppe (standardmäßige manuelle Palpation und visuelle Inspektion) und einer Beobachtungsgruppe (unterstützt durch das projektionsbasierte Nahinfrarot-Gefäßbildgebungssystem) zugeteilt. Die vergleichende Analyse ergab folgende statistisch signifikante Ergebnisse:

Klinische KennzahlKontrollgruppe (manuell)Beobachtungsgruppe (NIR-Bildgebung)P-Wert / Statistische Signifikanz
Erfolgsquote beim ersten Versuch71,2 %87,7 %P < 0,05 (Statistisch signifikant)
Durchschnittliche Anzahl an Reifenpannenversuchen4,27 ± 0,943,78 ± 0,89P < 0,05 (Statistisch signifikant)
Gesamterfolgsrate der Infusionen83,1 %95,4 %P < 0,05 (Statistisch signifikant)

Klinische Implikationen für die geriatrische Pflege

Basierend auf veröffentlichten Daten und Rückmeldungen aus der klinischen Praxis bietet die Integration der Nahinfrarot-Venenvisualisierung in geriatrische Abteilungen mehrere deutliche operative Vorteile:

  • Minimierung des Patiententraumas: Durch die Verbesserung des Erfolgs bei der ersten Kanülierung und die Verringerung der Notwendigkeit mehrerer Nadelstiche begrenzt das Gerät schmerzhafte subkutane Gewebeverletzungen und die Angst der Patienten.
  • Erhaltung der Gefäßressourcen: Bei älteren Patienten mit fragilem Allgemeinzustand und langfristigem Infusionsbedarf schützt die Vermeidung von Fehlpunktionen und Hämatombildung die wertvollen peripheren Venenwege.
  • Optimierung der Arbeitsabläufe in der Pflege: Die berührungslose, freihändige optische Projektion optimiert die Venenbeurteilungsphase und ermöglicht dem Pflegepersonal eine effiziente Katheterplatzierung unter klarer visueller Führung.

Verfahrensüberlegungen

Obwohl die Nahinfrarot-Projektionstechnologie bei der peripheren Venenkanülierung wertvolle Unterstützung bietet, legen klinische Best Practices mehrere operative Grenzen fest:

  • Ergänzende Zusatzinformation: Nahinfrarotgeräte ermöglichen die optische Kartierung der Geometrie oberflächlicher Venen, ersetzen aber nicht die taktile klinische Palpation zur Beurteilung der Elastizität, Tiefe und Wandkompressibilität der Gefäße.
  • Anatomische Eindringtiefe: Die optische Nahinfrarot-Penetration ist im Allgemeinen auf oberflächliche subkutane Gewebe (innerhalb von 8–10 mm) beschränkt. Bei schweren generalisierten Ödemen, ausgeprägter subkutaner Fettansammlung oder Hämatomen können ergänzende Untersuchungen oder eine Ultraschallführung erforderlich sein.

Referenzen

[1] Zhang, T. (2018). Anwendungseffekt eines Projektions-Infrarot-Gefäßbildgebungsgeräts bei der peripheren Venenpunktion älterer stationärer Patienten. Practical Geriatrics, 32(4), 399-400. DOI: 10.3969/j.issn.1003-9198.2018.04.026.

[2] Infusion Nurses Society (INS). (2016). Standards of Practice für die Infusionstherapie. Journal of Infusion Nursing, 39(1S), S1–S159.

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